Bei der Ausstellung meiner Bilder in der Deutschen Gesellschaft e.V.

Als politischer Häftling und Westberliner wurde ich wegen Fluchthilfe zu sechs Jahren Haft verurteilt. Ich saß zweieinhalb Jahre in Haft, davon 6 Monate in U-Haft und zwei Jahre im Gefängnis Berlin-Rummelsburg, wo ich Zwangsarbeit leisten musste. Ich wurde durch die Bundesrepublik freigekauft.

 

Aus diesem Grund ist es mir ein Bedürfnis, dass unsere Jugend über die Zustände in der DDR aufgeklärt wird. Betroffene und Opfer sollen noch zu Lebzeiten einen Ort finden, an dem sie gedenken, sich aber auch umfassend informieren können.

 

Mir liegt es am Herzen, dass mit einem zentralen Mahnmal für die Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft eine Botschaft vermittelt wird. Es muss sichtbar werden, dass der persönliche Widerstand gegen die totalitäre Diktatur für Freiheit und Menschenrechte nicht umsonst war. Insbesondere in der Gegenwart, wo Gewalt, Tod und Krieg in Europa Schlagzeilen macht, ist es wichtig darauf hinzuweisen, wozu Menschen fähig sind und dass Demokratie verteidigt werden muss.

 

Freiheit gibt es nicht zum Nulltarif!

 

Das Licht der Freiheit ist in der Geschichte schon zu oft verdunkelt worden. Lassen Sie uns dieses Licht beschützen und geben wir es unseren Kindern unbeschadet weiter, auch wenn wir selbst dafür Opfer und Leid ertragen sollten.

 

Gino Kuhn, ehemaliger politischer Häftling und freischaffender Künstler